Kuba zwischen Traum und Wirklichkeit

Tobias Hauser, Fotojournalist und Buchautor, bereist seit 12 Jahren regelmäßig Kuba. Die Insel ist ihm zur zweiten Heimat geworden und im Mittelpunkt seines Interesses stehen die Menschen. Neben zahlreichen Bildbänden und der Veröffentlichung seiner Fotografien in renommierten Magazinen (z.B. GEO Saison, abenteuer & reisen) hat er zwei Live-Reportagen produziert. Über 600 Mal zeigte er seine Vorträge „Cuba real – die Perle der Karibik“ und seinen Spezialvortrag „Magie der Habanos“ im deutschsprachigen Raum. An seiner neuen Produktion „Kuba zwischen Traum und Wirklichkeit“ arbeitet er nun seit vier Jahren und startet im November 2012 seine Deutschlandtournee.

Nur wenige Fotografen sind mit Kuba so vertraut wie Hauser. Immer nah an den Menschen reist er über die Insel. Er spricht mit alten Revolutionären über die globalisierte Welt, mit der Jugend über ihre Zukunftsträume und mit Tabakbauern über das Geheimnis der begehrten Habanos.

Was ist aus dem sozialistischen Traum geworden?

Hauser sucht nach den Veränderungen im Land. Was ist aus dem sozialistischen Traum geworden? Seit über 60 Jahren versuchen die Kubaner eine Utopie zu leben, deren Scheitern viele Gesichter hat: Leere Geschäfte, brachliegende Felder, fehlende Freiheiten und Unrecht. Seit Fidel Castro hinter den Vorhang der politischen Bühne getreten ist, keimt jedoch die Hoffnung auf Verbesserungen. Doch was tut sich? Trägt die Landreform und die teilweise erlaubte Privatwirtschaft Früchte? Wie ist die Stimmung am Tag der Arbeit und wie sieht es auf den Zuckerrohrfeldern aus?

Er zeigt Havanna, den Charme und die Trauer einer zerfallenden Stadt, die Menschen der Metropole, wie sie leben, arbeiten und teils illegal über die Runden kommen. Wie ernährt man mit 20 € im Monat die Familie und welche Möglichkeiten bietet der Schwarzmarkt?

Natur, Kultur, Guerillakämpfer

Auch Kubas Natur fängt Hauser mit seiner Kamera ein. Besonders die schöne Gebirgsregion Sierra Maestra mit dem höchsten Berg der Insel, dem fast 2000 m hohen Pico Turquino, ist voller Reize. Am Fuße dieses Berges lagerte während des Guerillakampfes gegen das Batista-Regime die Rebellenarmee des „Comandante en Jefe“ Fidel Castro. Die Region ist also naturkundlich wie geschichtlich sehr interessant.

Von der Magie des Trotzdem

Die unvergleichlichen Eindrücke und Begegnungen seiner Reisen hat Hauser mit einem an Cartier Bresson erinnernden Sinn für den richtigen Augenblick festgehalten. Das Erstaunliche sind vor allem seine Menschenporträts, die in dieser Intensität selten und einzigartig sind. In seinen Aufnahmen wird sichtbar, was Kubas Magie wesentlich ausmacht: Es ist eine „Magie des Trotzdem“, die viele Kubaner bei aller persönlichen und gesellschaftlichen Unbill immer noch vergleichsweise gelassen bleiben lässt: fröhlich oft, melancholisch immer und wie mit dem stets gegenwärtigen Bewusstsein – morgen beginnt schon ein neuer Tag. Doch wie lange noch?